Waischenfelder Blasmusik

 

 

Waischenfelder Blasmusik

Unser Name steht für anspruchsvolle bayerisch-böhmische Blasmusik, volkstümliche Musik mit Gesang, aber auch Schlager und Evergreens im Big-Band-Sound. In unserem Programm fehlen natürlich auch nicht die typisch fränkischen Stückla.

 

Wir spielen Unterhaltungs-, Stimmungs- und Tanzmusik. Im Festzelt wie im schattigen Biergarten. Aber auch konzertante Musik ist ein Bestandteil unseres Repertoires.

 

 

Michael Lindner und seine Waischenfelder Blasmusik     Waischenfelder Blasmusik

 

 

 

Michael Lindner und seine Waischenfelder Blasmusik beim Böhmischen Abend 2015 in der Bürgerhalle Waischenfeld

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Chronik

Querschnitt durch die Chronik der Waischenfelder Blasmusik

Die Waischenfelder Blasmusik wurde am 1. Dezember 1883 gegründet und besteht demnach seit über 120 Jahren. Die 15 Musiker spielten damals unter dem Namen “Musikverein Cäcilia”. Vorstand war Johann Spörlein, Musikmeister Johann Pflaum Schriftführer und Kassier Michael Friedrich. Ein Zeitungsausschnitt vom 26. August 1884 berichtet, dass mit den Klängen der hiesigen Musikkapelle “das Geburts- und Namensfest seiner Majestät unseres allergnädigsten König Ludwig II gefeiert wurde.

Ein harter Schlag für die Blasmusik war der Ausbruch des 1. Weltkrieges. Viele Musiker mussten ihr Leben lassen, übrig blieben noch 6 Mann, die unter der Leitung von Johann Haas hauptsächlich Kirchenmusik spielten. Aufgrund des hohen Alters der Spieler löste sich die Kapelle Ende der 20er Jahre allmählich auf. Daraufhin wurde am 29. Juni 1929 der Musikverein “Lyra” gegründet.

Unter Musikmeister Richard Goldmann aus Bayreuth spielten 24 Musiker, ihr Vorstand war Felix Schweßinger. Die fleißige Probenarbeit zahlte sich aus und die Musikkapelle erlebte einen lebhaften Aufschwung. Sie veranstaltete Tanz- und Unterhaltungsabende, wirkte bei kirchlichen- und weltlichen Festen mit und spielte auch zu Kirchweihen auf. Ein Höhepunkt war der 3-tägige Auftritt beim Trachtenfest in Hof im Jahre 1932. Zu diesem Zweck mussten die Trachten allerdings ausgeliehen werden. Durch den 2. Weltkrieg wurde die Kapelle wieder auseinandergerissen. Während der Kriegsjahre spielte man nur noch Kirchenmusik.

Nach dem Krieg formierten sich die Musikanten neu. Sie spielten fast jede Woche im Heckelsaal für die in Waischenfeld stationierten Amerikaner zum Tanz auf. Einen Aufschwung erhielt die Kapelle durch Flüchtlinge aus den Ostgebieten. Besonders verdient machte sich Hans Pschorn, der in den 50er Jahren die Kapelle neu aufbaute und sie bis 1972 leitete. In dieser Zeit brachten die Musiker beachtliche finanzielle Opfer, schafften sich neue Instrumente und eine einheitliche Tracht an. Nachfolger von Hans Pschorn wurde Georg Pöhlein. Unter seiner Stabführung fanden viele Auftritte statt. Auch im Ausland wurde musiziert, bei Konzert- und Unterhaltungsabende in Holland und Frankreich. Weitere Höhepunkte waren die Auftritte in Berlin, Ibbenbüren und auch die Aufnahmen durch den Bayerischen Rundfunk.

Nach Pöhlein wurde die Kapelle – meist nur kurzzeitig – von Bernhard Bauernschmitt, Ulrich Keller, Hans Brendel und Markus Toesko dirigiert.

Im Oktober 2001 übernahm Harald Hirsch die Leitung der “Waischenfelder Blasmusik”. Die anfänglich von manchen älteren Kollegen geäußerten Nachwuchssorgen erwiesen sich als unbegründet. Die von Hirsch geleistete Nachwuchsarbeit und die intensiven Musikproben zeigten bald erste Erfolge, und so bestand die Kapelle zeitweise aus bis zu 25 aktiven Musikern und Musikerinnen im Alter von 14 bis über 70 Jahren. In dieser Zeit wurde das Repertoire grundlegend erneuert und wesentlich breiter gefächert. Der Schwerpunkt blieb zwar auf der böhmischen Blasmusik, darüber hinaus konnte die Kapelle jetzt aber auch ein reichhaltiges Programm aus den Bereichen Tanz- und Unterhaltungsmusik anbieten. Der Einsatz hatte sich gelohnt. Die Blaskapelle wurde wieder zum Kulturträger und Botschafter für die Stadt und der ganzen Region, was sie bei zahlreichen Auftritten, wie zum Beispiel im Jahr 2007 auf der Grünen Woche in Berlin, immer wieder eindrucksvoll demonstrierte. Auch der Bayerische Rundfunk interessierte sich für die Musik aus Waischenfeld. So kam es 2006 zu ersten Aufnahmen in der neuen Waischenfelder Bürgerhalle. Ein weiterer Rundfunktermin folgte 2008, im Rahmen des 125-jährigen Vereinsjubiläums. Dieses Jubiläum, und die damit verbundene über 100-jährige Tradition der Blasmusik in Waischenfeld, war Anlass für den Verein im Jubiläumsjahr 2008 die Verleihung der “PRO MUSICA Plakette” anzustreben.

Im März 2010 war es dann soweit: “Mit Tradition seit 1883”, so lautet die Auszeichnung in der vom damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler unterzeichneten Urkunde zur Verleihung der “PRO MUSICA Plakette”. Im Stadttheater Schweinfurt konnte die Vorstandschaft der Waischenfelder Blasmusik aus den Händen von Staatsminister Wolfgang Heubisch die Auszeichnung entgegennehmen:.

Zu verdanken hat der Verein die Auszeichnung in erster Linie den Aufzeichnungen von Josef Krems aus den 60er Jahren, sowie dem unermüdlichen Einsatz des 2009 leider verstorbenen, langjährigen 2. Vorstands, Manfred Friedrich. Unterstützt durch Ehrenmitglied Otto Löhr aus Waischenfeld konnten schließlich die geforderten Nachweise über das langjährige kulturelle Wirken der Waischenfelder Blasmusik erbracht werden.

Zum 130-jährigen Jubliäum plante die Kapelle eine neue Herausforderung: Auf Anregung des Dirigenten Harald Hirsch wagte man sich im Januar 2013 an eine CD-Aufnahme. “Musik ist uns´re Welt”, so der Titel. Damit wurde nicht nur der Leistungsstand der Blaskapelle dokumentiert, sondern die Musikanten konnten bei den Aufnahmen wertvolle Erfahrungen sammeln. Für Harald Hirsch bildete die CD-Aufnahme in 2013 den Höhepunkt und zugleich den Abschluß seines musikalischen Wirkens in Waischenfeld.

Nach einer kurzen Übergangszeit, in der 1. Trompeter Markus Krauß die Kapelle leitete, konnte schließlich im Sommer 2014 mit Michael Lindner ein neuer Dirigent gewonnen werden. Unter seiner Leitung soll die Tradition der Waischenfelder Blasmusik fortgeführt, die Nachwuchsarbeit intensiviert und insbesondere auch wieder ein Konzertprogramm erarbeitet werden.